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Die Commerzbank verschenkt aus Kulanzgründen Geld!

 

Vor einiger Zeit durfte ich mich über einen kleinen Geldsegen von der Commerzbank freuen. Es war zwar nicht wirklich viel Geld, der Grund, warum ich die Mäuse von der Commerzbank erhielt, ist allerdings durchaus interessant. Falls Du Dich jetzt wunderst, warum die Bank Geld verschenkt, anstatt es zu nehmen, lies Dir bitte diesen Tatsachenbericht aufmerksam durch.

 

Das ist passiert:

Der Sommer zeigte sich an diesem Tag im Juli 2020 von seiner besten Seite. Die Sonne strahlte und es war angenehm warm. Also beschloss ich, gemeinsam mit unserem Familienhund Mina, das Kleingeld aus der Spardose(Ja, wir sammeln unser Kleingeld in einer Spardose) zur Bank zu bringen. Dafür bot sich die Einzahlung auf mein Konto an, da ich Kunde bei der Commerzbank bin und dort die Möglichkeit besteht Münzen am Selbstbedienungsautomaten einzuzahlen. Der Plan stand also und so fand ich mich vor dem Geldautomaten in dem Bankfoyer wieder, mit unserer Spardose in der Hand.

Als ich so da stand, wählte ich auf dem Display des Automaten die richtige Einstellung und ich begann damit das mitgebrachte Münzgeld in das, dafür vorgesehene, Fach zu schütten, welches sich mit einem knarzenden Geräusch geöffnet hatte. Da ich ziemlich viele Münzen dabei hatte, stieß der Automat während der Zählung des Geldes schnell an seine Grenzen(Im Nachhinein betrachtet, hätte ich an dieser Stelle stutzig werden müssen). Ein großer Teil des Geldes konnte gar nicht gezählt werden und fiel in das darunterliegende Ausgabefach. Auf dem Display hatte ich die Optionen, entweder den Vorgang zu beenden, eine Quittung zu erhalten und gut, oder aber weitere Münzen einzuzahlen. Also sammelte ich das Geld ein und füllte es wieder in das Münzeingabefach darüber. Dieser Vorgang wiederholte sich insgesamt dreimal. Als ich nach ewigen hin- und herräumen des Kleingeldes fertig war und den Beleg ausdrucken lassen wollte, kam dieser zwar, jedoch nur für den ersten Vorgang. Das heißt konkret, das Geld fehlte. Möglicherweise lag der Fehler bei mir, weil ich nicht jede Einzahlung als einzelnen Vorgang ansah, jedoch wollte ich schon gern wissen, wo das Kleingeld aus unserer Spardose abgeblieben war. Aus diesem Grund notierte ich mir die Gerätenummer und die Telefonnummer des Services. Vielleicht ist es an dieser Stelle erwähnenswert, dass die Commerzbank zu diesem Zeitpunkt im Juli bereits die meisten Filialen(angeblich) aufgrund der Pandemielage geschlossen hat, darunter auch die, in meiner Stadt. So blieb mir nur der telefonische Weg, wenn ich mit einem Mitarbeiter der Bank persönlich über den Vorfall sprechen wollte.    

 

So ging es dann weiter:

Natürlich hätte ich die Sache auf sich beruhen lassen können, doch das entspricht nicht meiner Natur. Meiner Meinung nach, hätte es sich aufgrund von Aufzeichnungen des Automaten und den Überwachungskameras sehr leicht nachvollziehen lassen müssen, a: wie viel Geld genau fehlt und b: wo dieses Geld letztendlich gelandet ist. Dem war leider nicht so.

Wie gesagt, ich notierte mir noch an dem besagten Julitag eine Telefon-, sowie eine Gerätenummer. Mit diesen Daten und der Quittung ausgestattet gerüstet, rief ich die Nummer ein paar Tage später an(wenn ich mich recht erinnere, lag ein Wochenende dazwischen). Mit diesem Anruf war es jedoch nicht getan, ein mittelmäßig freundlicher Mitarbeiter(nennen wir ihn Herrn S.), mit dem ich Erstkontakt hatte, schob die Verantwortung von sich und der Bank auf die Firma, welche den Geldautomaten entleert und, dass er sich bei mir melden würde. Das ist kein Witz, ich weiß noch, wie ich mich fragte: Warum soll eine Geldtransportfirma, welche ja die Automaten entleert, für den Schaden verantwortlich sein? Schließlich ist besagter Automat ja Eigentum der Bank und befindet sich in deren Geschäftsräumen. Nun gut, es hieß also warten. Wieder ein paar Tage später meldete sich Herr S. bei mir um mir mitzuteilen, dass die Fremdfirma keinen Überschuss an Münzen feststellen konnte und der Automat selbst, auch keine Auffälligkeiten bei der Diagnose aufwies. An diesem Punkt dachte ich schon darüber nach, Strafanzeige und Strafantrag zu stellen, was ich ihm auch sagte. Herr S. verwies mich in seiner mittelmäßigen Freundlichkeit daraufhin an eine andere Telefonnummer aus dem Internet—dem Beschwerdemanagement in Frankfurt am Main.

Natürlich dachte ich, dass mir an dieser Stelle weitergeholfen wird, doch letztendlich landete ich nur bei dem allgemeinen Kundenservice, wo ich dann nur dank meiner freundlichen Hartnäckigkeit die richtige Telefonnummer erfuhr. Die Abteilung, an die ich nun geriet, nennt sich „Kundenfeedback“ und ist nicht auf den ersten Blick auf der Website der Commerzbank zu finden. Allerdings war der Mensch am anderen Ende der Leitung dieses Mal wesentlich bemühter, freundlich und verständnisvoll zu sein. Mir wurde versichert, dass der Vorfall ein zweites Mal geprüft wird.      

 

Das Ende der Geschichte:

So verstrich erneut Zeit. Mittlerweile war der besagte, sonnige, Tag im Juli, an dem das Geld im Nirwana des Geldautomaten verschwand, bereits fast einen Monat her. Da flatterte ein Brief von der Commerzbank ins Haus. In diesem Brief wurde mir sinngemäß mitgeteilt, dass nach Rücksprache mit der „Fachabteilung“(was auch immer die tut..) kein Fehler festgestellt werden konnte und mir nur der Betrag zustand, den ich laut der Quittung eingezahlt hätte.

Das ist der Brief, den ich erhalten habe. 


Dennoch war die Commerzbank kulanterweise bereit mir 44, 36 EURO zu schenken!! Natürlich ohne rechtlichen Anspruch—ja nee, ist klar! Ich habe wirklich gründlich überlegt, ob ich Widerspruch einlege, vor allem wenn man betrachtet, dass ich in all den Telefonaten nie eine genaue Summe nennen konnte, da ich diese selbst nur schätzen konnte, oder ob ich zu einem späteren Zeitpunkt ein Blogpost daraus mache und so Euch alle teilhaben lasse. Wie ich mich entschieden habe, ist eindeutig. Ich nahm das Geld und schrieb diesen Text, damit Ihr versteht, wie die Commerzbank arbeitet. Nomen est Omen, sag ich nur.

 

Mein Fazit:

Womöglich lag eine Teilschuld bei mir, dennoch macht sich die Commerzbank mit ihrer kulanten Schenkung von 44 EUR und ein paar Zerquetschte, zumindest in meinen Augen, sehr verdächtig, dass Geld zu Unrecht einbehalten wurde. Tatsache ist, dass ich mit etwas Kampfesmut und Gerechtigkeitssinn am Ende eine Überweisung auf mein Konto veranlasst habe—ein Schelm, wer jetzt Böses denkt. 

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